Klosterkirche

Klosterkirche

Besichtigung und Vermietung

Die prachtvolle Wettinger Klosterkirche kann auf eigene Faust oder mittels Führung besichtigt werden. Für Taufen, Trauungen und andere kirchliche Anlässe können Sie die Kirche mieten. Bitte kontaktieren Sie uns für eine Anmeldung oder Reservation.

Geschichte

Die ersten Mönche aus Salem begannen gleich nach der Stiftung des Klosters durch Heinrich von Rapperswil 1227 mit dem Bau ihrer Kirche. Bereits 1256 wurde sie geweiht. Sie zählt unter den früh- und hochmittelalterlichen Klosterkirchen der Schweiz zu den wenigen Beispielen, die ihre originale Bausubstanz erhalten haben. Obschon auch die Kirche von dem Grossbrand im Kloster um 1507 nicht verschont blieb und erhebliche Schäden erlitt, stehen die Umfassungsmauern noch heute fast vollständig aufrecht. Die Kirche war vom späten 16. bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert zahlreichen Umbauten und Renovationen unterworfen. Unter Abt Peter Schmid erhielt die Kirche Anfang 17. Jahrhundert eine neue Innenrenovation und der Konversenchor im Westen wurde für die Bevölkerung geöffnet. Eine weitere Neuausstattung erfuhr die Kirche unter Abt Peter Kälin Mitte des 18. Jahrhunderts und noch einmal kurz vor der Aufhebung der Klöster in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts schliesslich fand die letzte durchgreifende Innenrenovation der Kirche statt.

Stukkaturen und Wandgemälde aus Renaissance und Barock überzogen im Laufe der Zeit das ursprüngliche Erscheinungsbild.

Das Kirchenäussere bewahrt noch viel von seinem nüchternen frühgotischen Zuschnitt des 13. Jahrhunderts, lässt jedoch die Eingriffe der Neuzeit erkennen. Besondere Barock-Akzente stellt das 1760 erneuerte Portal an der Vorhalle dar, mit einer Figurengruppe der Muttergottes und den Begründern des Ordens, der Hl. Bernhard und Robert de Molesme. Der von einer Zwiebel gekrönte Dachreiter stammt aus der gleichen Zeit. Neben dem Hauptportal befindet sich eine Gedenktafel zu Ehren Alberich Zwyssigs, des Komponisten des Schweizerpsalms und Zisterziensermönch.

Laienkirche (Konversenkirche)

Die gotische Grundstruktur der Kirche ist am Kreuzrippengewölbe der Seitenschiffe und der spitzbogigen Säulenreihe immer noch zu erkennen. Die romanisch-gotische Basilika wurde im Inneren barockisiert. Zierbänder und Stuckfiguren von Heiligen hingegen sind spätere Zutaten. Die reiche Bebilderung folgt klaren Regeln. Dem Erscheinen des Mariensternes, das die Erhörung des Gelübdes dem Grafen verkündete, soll das Kloster seinen Namen Meerstern, Stella maris, und sein Wappen, das Meerweiblein – eine häufige Allegorie der Jungfrau - mit dem Stern darüber zu verdanken haben. Auf eben dieses Ereignis bezieht sich auch das grosse Tafelbild, das an der Westwand der Laienkirche hängt und die «stürmische Meerfahrt», sowie das Erscheinen des Mariensternes darstellt.

In der Mitte der beiden Seitenschiffe befindet sich jeweils ein Bild, das auf seine Weise eine Verbindung zur Überführung der Reliquien von Marianus und Getulius 1651 hat. Im Nordschiff erinnert das um diese Zeit geschaffene Grisaillebild des Künstlers Rudolf Schwerter aus Baden direkt an die Überführung. Das anonyme Gemälde von monumentalem Ausmass erinnert an die 100 Jahrfeier der Überführung. Diese Feier war eines der prunkvollsten Barockfeste des Aargaus und legte das neue Zisterziensertum offen. Ebenfalls in der Konversenkirche finden sich zwei Steinsarkophage der Häuser Kyburg und Habsburg sowie Bodengrabplatten aus dem 13. Jahrhundert.

Mönchskirche

Der Mönchschor im Osten und der Konversenchor im Westen sind durch einen rotbraunen Lettner getrennt - er bietet heute mit seinen prunkvollen Altären und seinen Bildern einen feierlichen Rahmen für Gottesdienste, Konzerte oder Hochzeiten. Das Sanktuarium steht in der Helle des gotischen Die gotischen Gewölberippen, die stuckierte Wandgliederung der Renaissance und die geschmeidigen Rahmen der Rokoko-Fenster sind seit dem 18. Jahrhundert erhalten. Das Zentrum des Hochaltars bildet die Szenerie einer Himmelfahrt Marias, vor dem Hintergrund des Lichts, welches durch die Fenster fällt. Die Kapellenaltäre, der Abtsthron und Zelebrantensitze bilden mit dem Hochaltar eine stimmige Einheit.

Chorgestühl

Besonderen Ruhm geniesst das reich beschnitzte Chorgestühl. Seine rechtwinklige Gliederung ist ganz der Renaissance verschrieben. Gotische Züge erkennt man noch in den überlängten Gewandfiguren unter den Säulenarkaden. In den Schnitzereien entfaltet sich eine humorvolle Künstlerphantaise in Rankenfriesen, Tieren, Fratzen, Arabesken und Fruchtgehänge.

Chorgestühl

Glocken

In der Klosterkirche Wettingen befinden sich insgesamt acht Glocken, die eine vollständige C-Dur-Tonleiter bilden. Die Glocken befinden sich hinter den Jalousien, welche von Auge von Aussen her gut sichtbar sind. Im Zwiebelturm selbst befinden sich vier Glocken. Wie allgemein üblich schlagen die Glocken jede Viertelstunde. Schwingend geläutet werden die Glocken lediglich am frühen Samstagabend und am Sonntag, sowie auf Wunsch als sogenanntes Kasualläuten bei amtlichen Anlässen wie Taufen, bei Hochzeiten zum Ein- und Auszug des Brautpaares oder bei Abdankungen.

Orgeln

Erstmals unter Abt Albrecht II. Haas (1462-1486) wurde dem Zisterzienserkloster Wettingen um 1475 der Einbau einer Orgel auf dem Lettner gestattet. Da auch für das 16. Jahrhundert indirekt eine Orgel verbürgt ist, wird das Instrument Albrechts entweder den Brand von 1507 überdauert haben oder danach ersetzt worden sein.

Von der grossen Barockisierung der gesamten Kirchenanlage wurden auch die beiden Orgeln erfasst. Ab 1753 wurde die grosse Orgel auf der Empore renoviert und umgebaut. Die Lettnerorgel erhielt einen neuen westseitigen Prospekt mit Schnitzzierrat.

Nach mehreren Erneuerungen hatte der Bauzustand um 1949 einen solchen Grad erreicht, dass umfassende Reparaturen notwendig wurden.

Im Zuge der Restaurierung des gesamten Kirchen-Innenraumes (1990-1995) entstand auf der Empore eine Rekonstruktion der früheren Bossard-Orgel mit barockem Prospekt. Gleichzeitig wurde auf dem Lettner hinter dem stummen Pfeiffenprospekt wieder eine kleinere klingende Orgel erbaut.

Kirchenorgel